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Römisches Glas Die Römer übernahmen die Kunst der Glasherstellung aus dem vorderen Orient. Nach der Erfindung der Glasmacherpfeife im 1. Jahrhundert v. Chr. entwickelte sich während der römischen Kaiserzeit die Hohlglasherstellung zu großer Blüte. Neben Syrien war das römische Köln ein bedeutendes Glaszentrum. Die Trübungen und irisierenden Effekte, die antike Gläser zeigen, entstanden durch die lange Lagerung im Boden und gehen auf chemische Veränderungen zurück. Waldglas des 16./17. Jahrhundert
Erst gegen Ende des Mittelalter entstanden wieder Glashütten, die in größeren Stückzahlen produzierten. Neben den Sänden als Rohmaterial waren die Waldglashütten vor allem auf Holz zur Herstellung von Pottasche und als Brennmaterial angewiesen. War der Wald ringsum verbraucht, errichtete man die Hütte an anderer Stelle. Eine der interessantesten Entwicklungen dieser Zeit war der Krautstrunk, aus dem sich später der Römer entwickelte, das Weinglas schlechthin. Barockes Glas
Die Zeit des Barocks(17./18. Jahrhundert) kann man vereinfachend als die Zeit des Glasschnittes bezeichnen. Aus Böhmen kam ein reines, dickwandiges Glas, das sich wegen seiner Härte für den Glasschnitt besonders eignete. Waren zunächst Nürnberg und Böhmen in dieser Technik führend, wurde im 18. Jahrhundert besonders Schlesien künstlerisch prägend. Volkstümliches Glas
Schon bei den frühen, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstandenen deutschen emailbemalten Gläsern finden sich Motive aus der volkstümlichen Bilderwelt. In bunten Emailfarben stellte man Themen aus Familie, Liebe und Erotik ebenso dar wie solche der Tier- und Pflanzenwelt. Neben entsprechende Symbole setzte man Grüße oder Wünsche. Biedermeierglas
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte die kunsthandwerkliche Glasgestaltung einen absoluten Höhepunkt. Dies vor allem durch Bemühungen der böhmischen Hütten und Künstler. Geschliffenen Biedermeiergläser gelten noch heute als bewundernswerte beispiele des kunsthandwerklichen Glasschliffs. Schliff und Glasform bedingten einander. Aber auch Glasschnitte und Glasbemalungen bewegten sich auf sehr hohem Niveau. Der Experimentierfreudigkeit der zahlreichen böhmischen Glashütten verdanken wir eine Vielfalt von Farbgläsern. Nie wieder hat es in der Glaserzeugung eine so bunte und reichhaltige Farbpalette gegeben. Formgläser
Im ausgehenden 18. Jahrhundert kommt das kleine, meist schwere und etwas grobe Schnapsglas in Gebrauch. Hervorgegangen aus der Kelchglasform, besitzt es eine meist konische Kuppa, die in den massiven Schaft übergeht, und eine kräftige Fußplatte. Weiterhin verwendete man als schnaps- und Likörglas verkleinerte Kelchgläser. Glas des Historismus
Auch in der Glasgestaltung kam es in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Rückgriffen auf die Stile vorgegangener Epochen. Inder Zeit fortschreitender Industrialisierung, die vor allem auf Massenproduktion ausgerichtet war und dadurch einen spezifischen Zeitstil kaum ermöglichte, versuchte man sich auf diesem Wege zu einem eigenen Stil zu gelangen. So entstanden neben reinen Nachbildungen viele kunsthandwerkliche Glasschöpfungen, die den Vergleich mit Erzeugnissen vergangener Epochen nicht zu scheuen brauchen. Jugendstil
Um 1900 suchte man im Kunstgewerbe nach neuen, frischen und originellen Ausdrucksformen. Die Orientierung an der Historie genügte nicht mehr. Inspiriert durch die Farben- und Formenwelt des fernen Ostens entstanden Glasgefäße, die durch ihren Dekorreichen und die Vielfalt der Farbeneffekte bestechen. Beispielhaft die Arbeiten von Louis Comfort-Tiffany und Emile Gallé. Aber auch die mehr für den täglichen Gebrauch geschaffenen Trinkgefäße der Glashütten des bayrischen Waldes oder des Rheinlands bezaubern noch heute durch ihre Formgebung und Leichtigkeit.

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